Gesicherte Abstellanlagen in Wohngebieten

Damit das Radfahren attraktiv ist, braucht es an Wohnanlagen sichere und leicht erreichbare Fahrradabstellplätze. Grade in der Haller Innenstadt stellt dies ein Problem dar.

Kleine Häuser, enge Flure, keine Keller, keine Garage oder sonstige überdachte Abstellmöglichkeit vor dem Haus, so sieht es wohl oftmals aus. Stellt sich die Frage, wohin mit dem Rad? Ungeschützt vor der Witterung vor dem Haus stehen lassen? Eher nicht.

Im Hausflur? Dafür dürfte meistens kein Platz sein, oder es passt nicht mehr als ein Fahrrad hin.

In der Wohnung abstellen? Wer im Erdgeschoss wohnt und genügend Platz hat, für den mag dies eine praktikable Möglichkeit sein. Wenn man sein Fahrrad aber 1-2 Stockwerke hochtragen muss (durch enge Treppenhäuser), kann die Motivation, eine Strecke kurz mit dem Rad zurückzulegen, merklich sinken. Für E-Bikes ist ein hochtragen in die Wohnung schon nicht mehr machbar.

Vom Hauseigentümer aufgestellte Fahrradboxen? Dafür ist teilweise auch kein Platz, wenn direkt vor dem Haus städtische Verkehrswege beginnen, also vor dem Haus kein Privatgrundstück vorhanden ist, auf das der Hauseigentümer eine Abstellanlage aufbauen kann.

Bei mir sieht die Situation wie folgt aus: Ich trete aus der Haustüre und bin direkt auf öffentlichem Grund, die Hausverwaltung kann also vor das Haus nicht einfach etwas hin bauen. Der Flur ist zu schmal, um dort etwas abzustellen. Das Haus hat auch keinen Garten. Im 1. Stock ist im Flur eine kleine Nische, wo ich mein Fahrrad abstellen kann. Das war es aber auch! Solange ich der einzige im Haus bin, der ein Rad besitzt, habe ich dort meinen Stellplatz – ansonsten würde mir nichts anderes übrig bleiben, als es in der Wohnung abzustellen. Und das Hochtragen durch einen engen Flur, da ist schon ein gewisses Geschick nötig, damit man nicht dauernd mit den Reifen die Wand versaut oder Gefahr läuft, die Treppe runterzufallen.

Hier braucht es Angebote von Seiten der Stadt! Beispielsweise eine finanzielle Unterstützung für die Anschaffung und Aufstellung von Fahrradboxen. Oder einen zentralen Ansprechpartner, der den Bedarf an gesicherten Abstellanlagen erfasst und das bei ausreichender Nachfrage das Aufstellen größerer Abstellanlagen in einer Straße veranlassen kann. Hierfür könnte ich mir auch eine monatliche Miete für die Fahrradparker vorstellen. Oder eine Regelung, die es Hausbesitzern erleichtert, auf öffentlichem Grund private Fahrradabstellanlagen aufzustellen – samt entsprechender Bekanntmachung an alle Hausbesitzer und Bewohner der Innenstadt.

Im Radverkehrskonzept heißt es zu privaten Abstellanlagen:

Insgesamt besteht hier ein sehr großer Bedarf. Es wurden vor Ort selten Abstellanlagen vorgefunden […] Eine städtische Stellplatzsatzung für Fahrräder sollte beschlossen werden, um Bauträgern Richtwerte und Eigentümern eine Orientierungshilfe zur Nachrüstung zu geben. (RVK S. 109)

Ich würde mich sehr freuen, mein Fahrrad nicht mehr täglich in den 1. Stock tragen zu müssen!

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