Die Crailsheimer Straße hochradeln – zwischen (fast) gemütlichem fahren und gefährlicher Hetze

Einmal pro Woche fahre ich – bei meinem Weg zum Schenkenseebad – vom Holzmarkt die Crailsheimer Straße hoch. Immer an einem Wochentag gegen 17 Uhr.

Radweg oder Schutzstreifen gibt es keinen. Es ist lediglich linksseitig der Gehweg für Radfahrer freigegeben. Dort fahre ich aus 2 Gründen nicht:

  • Ich komme von der Unterlimpurger Straße hoch und biege am Neubau auf die Crailsheimer Straße ein. Hier gibt es keine reguläre Verkehrsführung, wie ich als Radfahrer auf den freigegebenen Gehweg fahren kann
  • Auf einem linksseitigen Weg zufahren ist immer gefährlich und sollte möglichst nicht gemacht werden

Also geht es auf der Straße hoch. Dies ist – für geübte Radfahrer – an sich auch kein größeres Problem, es gibt 2 Fahrspuren pro Richtung, Autos können mich also recht einfach überholen.

Dennoch ist es nicht besonders angenehm, dort zu fahren. Es sind 50 km/h erlaubt, ich fahre mit knapp 10 km/h hoch. Besonders bei Dunkelheit halte ich gut 1 Meter Abstand zum Fahrbahnrand. Gute Beleuchtung ist Pflicht, ebenso fahre ich dort nur, wenn ich meinen Abstandshalter am Fahrrad dran habe.

Die Autofahrer müssen zum Überholen also etwas auf die linke Spur ausweichen, wenn Sie keinen Unfall mit mir bauen wollen. Im Feierabendverkehr ist natürlich teils viel los, sodass es sich trotz 2 Fahrspuren hinter mir staut. Was mir dann auch irgendwie leid tut, auf einer Steigungsstrecke auf maximal 10 km/h abzubremsen ist nicht besonders schön, vor allem wenn dies einen Bus oder LKW trifft…

Warum ist hier ein ausreichender Sicherheitsabstand zum Fahrbahnrand Pflicht? Ich könnte ja auch sehr knapp am Rand fahren, um den Kfz-Verkehr möglichst wenig zu behindern. Dann würden die allermeisten Autofahrer aber überholen, ohne auf die linke Spur auszuweichen (und ohne die Geschwindigkeit stark zu senken, wie wenn sie hinter mir festhängen) – mit der Folge, das ich mit viiiel zu geringem Sicherheitsabstand überholt werden würde, und das bei einer Geschwindigkeitsdifferenz von etwa 40 km/h! Also fahre ich lieber fast schon mittig auf der Spur und Zwinge die Autofahrer, zum Überholen die Spur zu wechseln.

Mit dieser Fahrweise kann ich halbwegs angenehm hochfahren. Etwa 90 % der Autofahrer halten ausreichend Abstand, ich werde nicht an gehupt oder beschimpft. Es gibt aber immer noch genug Autofahrer, die

  • mit sehr geringem Abstand, aber mit einer geringen Geschwindigkeitsdifferenz überholen (die also hinter mir abbremsen mussten)
  • mit geringem Abstand und einer großen Geschwindigkeitsdifferenz überholen (die also ungebremst nur ein wenig auf die linke Spur ausweichen, obwohl sie komplett auf die linke Spur wechseln könnten)
  • beim Überholen den Motor bis fast zum Maximum aufdrehen und mir zeigen wollen, wer der stärkere ist

Ich lasse mich nicht hetzen – bin aber immer froh, wenn ich oben angekommen bin und ich wieder wirklich gemütlich fahren kann. Und was das schlimmste ist: es kommt jedes Mal zu etwa 1-3 gefährlichen Situationen, bei denen ich wirklich Angst habe, und dies den Autofahrern auch mittels entsprechender Gestikulation mitteile!

Bisher habe ich noch keinen Autofahrer angezeigt… ich denke aber, es wäre angebracht. Ich sollte mal Beweismaterial sammeln und bei der Polizei Anzeige erstatten. Wenn es bloß meine Aussage gegen die Aussage des Autofahrers ist, hat eine Anzeige ja keine Chance…

Hier besteht meiner Meinung nach dringender Handlungsbedarf, um den Radfahrern für hoch einen abgetrennten Verkehrsbereich zu geben. Es sind insgesamt 4 Fahrspuren vorhanden, es ist also prinzipiell genügend Platz, um einen Radweg anzulegen! Dafür muss aber der Wille vorhanden sein, den Autofahrern eine Fahrspur „wegzunehmen“ – dafür würden Radler

  • den Kfz-Verkehr nicht mehr ausbremsen
  • nicht auf dem linksseitigen Gehweg fahren (gefährlich)
  • nicht auf dem rechtsseitigen Gehweg fahren (nicht erlaubt)
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Eine Antwort zu Die Crailsheimer Straße hochradeln – zwischen (fast) gemütlichem fahren und gefährlicher Hetze

  1. Volkmar Gessinger schreibt:

    Den Ausführungen kann ich voll zustimmen. Mir ist das Radeln auf der rechten Spur aber viel zu gefährlich. Mit meinem Pedelek fahre ich immer auf dem linken Fußweg in die Kreuzäckersiedlung. Aber es wäre schön, wenn man den Gehweg links etwas breiter machen würde und dann für Fahrräder freigeben. Fußgänger sieht man auf dieser Seite übrigens fast nie. Die gehen immer auf der linken Seite hoch. weil man da durch die Unterführung beim Craisheimer Tor kann.(übrigens auch mit dem Fahrrad ohne abzusteigen, wenn man am Ende links fährt).

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